Protest gegen Personalnot in den Kitas
Mehr als 80 Erzieher und Eltern folgen Verdi-Aufruf zur Mahnwache „Es donnert in den Kitas“ am Neuen Rathaus
Unter dem Motto „Es donnert in den Kitas – Kinder und Beschäftigte gefährdet!“ gab es am Donnerstagabend die nächste Mahnwache in Leipzig. Mehr als 80 Menschen hatten sich dazu vor dem Neuen Rathaus versammelt und bessere Bedingungen an den Kindereinrichtungen gefordert. Die Teilnehmenden folgten einem Aufruf der Gewerkschaft Verdi, die bundesweit zu Demonstrationen vor Staatskanzleien, Ministerien und Rathäusern aufgerufen hatte. An dem Protest in Leipzig haben neben Erzieherinnen und Erziehern, Pädagoginnen und Pädagogen sowie Eltern auch die Linken-Stadträte William Rambow und Juliane Nagel teilgenommen.
Im sächsischen Sozial- und Erziehungsdienst herrscht seit Jahren Notstand, hieß es vor Ort. Beschäftigte beklagten Überlastung. Das Hauptproblem, berichtete Azubi David Roumiantsev, sei der Personalschlüssel. „In neun von zehn Kita-Gruppen gibt es keine kindgerechte Personalausstattung. Diese Umstände gefährden sowohl die Kinder als auch die Beschäftigten“, warnte der angehende Erzieher. Unter den aktuell herrschenden Bedingungen sei frühkindliche Bildung unmöglich. Statt Kindergärten zu schließen, solle der Geburtenrückgang genutzt werden, um den Personalschlüssel anzupassen.
Während viele Kitas unter Überlastung leiden, plagt die Tagespflegeeltern ein anderes Problem: Sie haben zu wenig Kinder. Auf ihre Missstände machten deshalb auch zahlreiche Tagesmütter und Tagesväter beim Mahnwachen-Protest aufmerksam, ausgestattet mit gelben Schirmen und Ballons. Fabienne Küchler
Quellenangabe: Leipziger Volkszeitung vom 02.03.2024, Seite 24